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Das Europa-Parlament möchte den Online-Handel gerechter gestalten. Geoblocking soll dafür weitestgehend abgeschafft werden. Auch beim Versand gibt es Neuerungen. Was ändert sich genau für Kunden?

Online-Shopping ohne Grenzen: Geoblocking wird stark eingeschränkt
Bildquelle: Bildquelle: Flickr – MPD01605 / CC BY-SA 2.0

Geoblocking: Keine Diskriminierung wegen IP-Adresse

Ein neuer Verordnungsentwurf des Europa-Parlaments sieht vor, die bisherige Praxis des Geoblockings im Online-Handel stark einzuschränken. Kunden dürfen demnach nicht mehr diskriminiert werden, nur weil sie sich in einem anderen europäischen Land befinden als der Händler. Der Zugang zu Waren und Dienstleistungen soll überall in der Europäischen Union zu den gleichen Konditionen ablaufen – unabhängig von der IP-Adresse des Käufers. Ausnahmen gibt es bei digitalen Inhalten wie Videos, Musik, Computerspielen und E-Books. Schon Ende 2018 sollen die jetzt beschlossenen Regelungen in Kraft treten. Digitale Grenzen seien „mit der europäischen Idee unvereinbar“ heißt es. Kritik gab es jetzt schon vom Handelsverband Deutschland (HDE).

Zum Hintergrund: Bislang ist es gang und gäbe, in einem Online-Shop automatisch auf eine landesspezifische Zielseite geführt zu werden. Deutsche Kunden eines französischen Shops werden also zur deutschen Plattform geleitet, die entsprechend in deutscher Sprache zur Verfügung steht. Ein Einkauf auf der französischen Seite ist oft nicht möglich. Genau das möchte die EU nun unterbinden. Einer Untersuchung der EU-Kommission zufolge erlauben nur 37 Prozent aller Online-Händler den Kauf von Waren aus anderen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union ohne Geoblocking – bei allen anderen gibt es Einschränkungen.

Auch beim Versand soll sich die Situation für EU-Bürger verbessern, wenn auch nicht so umfangreich wie zuvor gefordert. Bietet ein Online-Händler keine Lieferung in ein anderes EU-Land an, muss der Verkauf dennoch gestattet werden. Der Käufer kann die Ware in diesem Fall dann selbst abholen oder die Lieferung anderweitig organisieren.

Trotz Geoblocking-Ende: Preisdiskriminierung wird es weiter geben

Der neue Verordnungsentwurf des Europa-Parlaments ist ein Kompromiss, der deutlich entschärft wurde. Ursprünglich wollte die EU noch viel weiter gehen und eine Preisdiskriminierung je nach Herkunftsland des Käufers abschaffen. Kunden aus Ländern mit einem höheren Lohnniveau müssen also weiter damit rechnen, auch in Zukunft mitunter höhere Preise zahlen zu müssen. Händler dürfen demnach „in begründeten Fällen“ weiterhin unterschiedliche Preise festlegen. Auch bleibt es in Zukunft weiter möglich, Kunden je nach IP-Adresse nicht das gesamte Sortiment anzuzeigen.

Die Reaktionen auf den geplanten Abbau des Geoblockings im E-Commerce fallen bislang sehr unterschiedlich aus. Manche sind mit dem Entwurf zufrieden, anderen geht er nicht weit genug. Kritik gab es vom Handelsverband Deutschland (HDE), der vor allem kleinere Online-Händler mit den neuen Regelungen überfordert sieht. Auch eine mangelnde Rechtssicherheit beim Verkauf innerhalb der EU wird kritisiert. Die neuen Vorschriften sollen noch vor Ende des Jahres in Kraft treten.

Quelle: golem.de, Zeit Online

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